In ihren überwiegend großformatigen Schriftgemälden überträgt die Künstlerin das Konzept des „interpretativen Schreibens“ sinngemäß auf die Malerei. Dabei werden Bildformate, frei entwickelte Schriften, Untergründe und Farben so gewählt und ausgestaltet, dass der emotionale Gehalt des dargestellten Worts (Tiefe, Enge, Riß, Glut, Schnee, Spuren, Verstrickung u.v.a.) dem Betrachter über die Augen spontan ins Bewußtsein dringt.

Neben den Schriftaquarellen, Schriftcollagen und Schriftgemälden bilden mythologische Bilder im Schaffen der Künstlerin einen weiteren Schwerpunkt. Zu den Hauptwerken dieser Bildgattung zählt ein 7-teiliger Zyklus von großformatigen Reliefbildern zu Homers „Odyssee“, aus geführt auf Untergründen aus silberfarbener Metallfolie, auf denen sich die Anmutung der dargestellten Szenerien, je nach Lichteinfall, verändert – ein Stilmittel, das die Künstlerin entwickelt hat, um das eigentümlich Unbestimmte und Vieldeutige von Mythen zu versinnbildlichen. Andere Werke mit mythologischen Themen (Ikarus, Iphigenie, Sysiphus, Daphne u.a.) sind entweder monochrom oder gemäßigt polychrom gestaltet.

Ein weiterer Arbeitsbereich von Katrin Tarnowski sind Plastiken und Skulpturen, ausgeführt in Stein, Holz oder Bronze. Charakteristisch für alle diese Werke ist ihre zeichenhafte Anmutung und das Bestreben, durch bewusste Verknappung und Reduktion der Formen die Aussage zu verdichten und so auf das Wesentliche zu lenken. Solche Zeichenhaftigkeit verbindet diese Bilder und Bildwerke mit den aus der Schrift entwickelten Werken der Künstlerin.

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